Die
Geschichte des BCP
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1911 - 1986
Vom Tag der Gründung bis heute wurden fast alle Akten aufbewahrt. So ist es uns möglich, Ihnen die Geschichte des BCP von Anfang an zu erzählen. Sie werden während des Lesens keinen Häufungen von Namen und Daten begegnen. Viele hätten es verdient, namentlich erwähnt zu werden. Wir sind aber der Meinung, dass alle BCP-ler, ein Jeder an seinem Platz, ein Stückchen dazu beigetragen hat, aus dem BCP das zu machen, was er heute ist: Ein Verein, der manchem Sturm getrotzt hat und der heute gefestigter denn je in die Zukunft blicken kann!
29.
Januar 1911

Die ersten drei Jahre
Warum der Name Polizeihundeclub, gehört doch nur eines der Gründungsmitglieder der Polizei an? In Knaurs Lexikon, Ausgabe 1951/52, steht zu lesen: 'Polizeihund: Hund, der Verbrecherspuren verfolgt, Flüchtige stellt usw. ' Bis vor einigen Jahrzehnten war für alle ausgebildeten Hunde die Bezeichnung 'Polizeihund' gebräuchlich. Als Vertreter von Gebrauchshunderassen galten vorerst der Deutsche Schäferhund, der Dobermann, der Äiredale-Terrier und der Rottweiler.
Das weitere Vorgehen der Gründer: fleissig werden Mitglieder geworben; drei Wochen nach dem ersten Treffen im Cafe Peschl findet eine Hauptversammlung statt. Zu diesem Zeitpunkt zählt der Club 23 Mitglieder: deren 14 folgen der Einladung zur Versammlung. Der erste Präsident wird gewählt: Polizei-Korporal Fritz Scheidegger.

Um zu wissen, wann mit der Ausbildung eines Hundes begonnen werden soll, wird gleich eine Prüfung organisiert. 18.3.1911: Dählhölzliwald-Brunnaderngut, 7 Hundeführer am Start. Nach erfolgter Standortbestimmung kann der an der Hauptversammlung gewählte, aus sieben Mann bestehende Vorstand seine Arbeiten in Angriff nehmen. Es muss Material angeschafft, Übungsdaten und Orte festgelegt werden, Statuten und ein Prüfungsreglement sind auszuarbeiten. Nun beginnt der 'richtige' Übungsbetrieb. Die erste Übung findet am 18. April in der Steingrube in Ostermundigen statt; anwesend 20 Mann. Austragungsort der zweiten Übung ist der Schermenwald.
Ein Schreiben an die Polizeidirektion der Stadt Bern im Mai 1911 zeigt, wie sich der BCP schon damals um gut ausgebildete Hunde bemühte: '... Der Bern. Club für Polizeihunde hat am 18. April seine Tätigkeit aufgenommen. Wir gelangen mit der höfl. Bitte an Sie, unsere Bestrebungen zu unterstützen. An der Prüfung vom 18. März nahmen zwei Hunde der Stadtpolizei teil. Wir würden es sehr begrüssen, wenn Sie die Teilnahme an unsern Prüfungen für alle Polizisten, welche durch das Kommando mit Hunden versehen werden, obligatorisch erklären würden. Dadurch hätte das Kommando jederzeit Gelegenheit sich vom Stand der Dressur zu überzeugen.
Ende des Gründungsjahres umfasst das Mitgliederverzeichnis bereits 75 Namen. Der Einsatz Aller hat sich gelohnt!
Die Mitglieder wohnen in verschiedenen Quartieren der Stadt und in Vororten. Einige müssen kilometerlange Strecken hinter sich bringen, um an den Übungen teilnehmen zu können. Der Vorstand unterstützt einen Antrag aus der Mitgliedschaft zur Gründung von drei Gebietsgruppen. Jede erhält einen Übungsleiter zugeteilt. Die Mitglieder aus dem jeweiligen Einzugsgebiet können nun so oft wie gewünscht üben. An vereinzelten, gemeinsamen Übungen zeigt man das Gelernte. Ungefähr zwei Jahre bleiben diese Gruppen aufrechterhalten, um sich in der Folge wiederum in einer einzigen Gruppe zu finden, in der gemeinsam auf die gesetzten Ziele hin gearbeitet wird.

1914 - 1910
1914 bricht der 1. Weltkrieg aus. Die Auswirkungen sind auch im Vereinsleben zu spüren. Die Wirtschaftslage wird immer schlechter, und 1917 muss ein im Übungsprogramm aufgeführter Ausflug 'in Anbetracht der gegenwärtigen Teuerung und überhaupt der kritischen Zeit' ausfallen. Damit nicht genug: Die Futterbeschaffung für die Hunde wird problematisch. Ein vom Vorstand gegründetes Futterorganisationskomitee kann nach verschiedenen Vorsprachen beim Städtischen Lebensmittelamt einige Säcke Futtermais kaufen und an die Mitglieder weitergeben. Die Kosten trägt die Clubkasse. Im Herbst 1918 spitzt sich die Lage noch mehr zu.
Im Protokoll vom 20.September steht zu lesen: 'Der Präsident erklärt, dass vom Stadt. Lebensmittelamt nichts mehr erhältlich sei für unsere vierbeinigen Freunde. r... Er gibt bekannt, dass die Überwinterung der Tiere fast ein Ding der Unmöglichkeit ist, wenn der Club nicht Mittel und Wege findet, selbst Futter fabrizieren zu können. Um dieser Futterkalamität noch rechtzeitig und mit Aussicht auf Erfolg begegnen zu können, stellt er den Antrag, 'der Club möchte sofort eine Knochenmühle anschaffen. ' Mit Anteilscheinen zu Fr. 10.-- und grösseren Einzelspenden wird dieses Projekt realisiert. Das gewonnene Mehl wird den Mitgliedern als Hundefutter verkauft. Nicht nur die Tiere leiden Hunger, vor allem für den Menschen werden die Nahrungsmittel rar. Der BCP versucht, seine bescheidenen Mittel einzusetzen, um irgendwie helfen zu können: in der clubeigenen Mühle werden frische Knochen gemahlen; das so hergestellte Mehl wird an die Bevölkerung der Unterstadt abgegeben. Die Suppe, die daraus gekocht wird, hilft, die Not zu lindern. - Die Zeit nimmt ihren Lauf; der Krieg geht zu Ende und das Leben beginnt sich zu normalisieren.
Der BCP 1925

Nach fünfzehn Jahren
Die ersten fünfzehn BCP-Jahre sind vorüber. Während dieser Jahre wurde der Übungsbetrieb weiter ausgedehnt. Von anfänglich sechs Gesamtübungen im Gründungsjahr werden 1926 bereits deren 20 durchgeführt. Geübt wird meistens am Sonntagvormittag beim Studerstein, im Könizbergwald, Bremgartenwald, Schosshaldenwald oder auf der Allmend. In jedem Jahr werden je eine Frühlingsprüfung (ohne Preise) und eine Herbstprüfung (mit Preisen) organisiert. Ein, manchmal zwei Ausflüge, eine Betriebsbesichtigung und eine Hundevorführung werden ins Programm aufgenommen. Zur Aufbesserung der Clubkasse wird jährlich ein Lotto durchgeführt.

Die Inanspruchnahme der Mitglieder durch den Club ist enorm. Dies veranlasst 1926 ein Mitglied zu folgendem Antrag an die Hauptversammlung: '...ob es vielleicht nicht angebracht sei, dass man an die Stadt. Strassenbahn ein Gesuch stelle zur Mitbeförderung der Hunde, besonders in Anbetracht des weiten Weges, den die Mitglieder bis auf den Übungsplatz haben, und die Tramwagen sowieso an den Sonntagvormittagen um diese Zeit nicht überfüllt seien. ' Das Gesuch wird von der damals 'Städtische Tramwagen Direktion' genannten Stelle abgelehnt. Wer nicht selber motorisiert ist, muss somit weiterhin zu FUSS gehen.
